Chronik

1885 wurde der Zentralverband Deutscher Kegler gegründet. Vier Jahre später, genauer am 12.12.1889, wurde dieser in den Deutschen Kegelverband DKB umbenannt. Die ersten Deutschen Meisterschaften im Kegeln fanden 1891 statt. Nebenbei wurde das Kegeln aber immer noch gerne nur zur reinen Belustigung durchgeführt. Das sogenannte „Bierkegeln“ erfreute sich großer Beliebtheit und galt als Garant für gute Unterhaltung in allen Wirtshäusern.

Eines dieser Wirtshäuser war das Gasthaus Müller in Baruth. Dieses besaß eine Ein-Bahn-Zementanlage. Oft traf man sich hier um in gemütlicher Runde dem Kegelspiel nachzugehen. Es waren Fußballer, Turner und andere Bürger aus Baruth und Umgebung, die hier ihre gemeinsamen Stunden verlebten.

Besonders durch die Initiative des Sportfreundes Otto Pfarr wurde am 3.11.1953 die Sektion Kegeln des Baruther Sportvereins gegründet. Erster Sektionsleiter wurde Sportfreund Armin Hegewald. Weiter gehörten die Sportfreunde Arno Lowke, Helmut Rämsch, Dietmar Philipp, Helmut Noack, Heinz Michel, Heinz Gersch, Gerhard Wehser, Hermann Rodzinka, sowie der bereits genannte Otto Pfarr zu den Gründern dieser Abteilung.

Auf dieser ersten Anlage konnte man aber nur dem „Bierkegeln“ nachgehen. Somit begaben sich die Sportkameraden auf die Suche nach einem geeigneten Objekt, um eine Bahnanlage zu errichten, die den sportlichen Bestimmungen entsprach.

In der schwierigen Zeit kurz nach dem Zweiten Weltkrieg mussten drei Jahre vergehen, bevor im Herbst 1956 der Obstkeller der Schlossanlage durch die Gemeinde an die BSG Traktor Baruth übereignet wurde. Mit 6244 Aufbaustunden, unter anderem mit der Verlängerung des Baus, wurde eine für damalige Verhältnisse moderne Bahnanlage errichtet. Viele fleißige Hände, auch von Nichtmitgliedern des Sportvereins, schafften es, dass am 7.10.1959 die neue Kegelbahnanlage eingeweiht werden konnte. Ihr wurde der Name "Kampfbahn 7. Oktober" gegeben. Fortan wurde der Punktspielbetrieb, also das aktive Kegeln, aufgenommen.

Leider gibt es aus der Zeit wischen 1960 und 1995 wenige bis keine Aufzeichnungen, welche weitere Aktivitäten (z.B. den Anbau des Nebenraums) dokumentieren. Der Name "Kampfbahn" blieb bis zur heutigen Zeit ein Symbol für das Bestreben ständig verbesserte Bedingungen für das Kegeln zu schaffen. Mit der Grunderneuerung der Bahnanlage im Jahre 1995 erlebte die Sektion Kegeln, die sich in der Wendezeit bis auf wenige Freizeitkegler dezimiert hatte, einen neuen Aufschwung. Dies ist vor allem ein Verdienst unseres damaligen Vereinsvorsitzenden Gerald Mickan und der Gemeinde Malschwitz.

Einen weiteren Impuls erhielt die Abteilung Kegeln durch den Neubau des Baruther Sportlerheims an der Lindenallee und der Inbetriebnahme einer modernen Vier-Bahn-Anlage im Obergeschoss des neuen Vereinsgebäudes. Mit der neuen Kegelbahn wurden die Voraussetzungen für weitere sportliche Erfolge geschaffen und die Möglichkeit des Aufstiegs in höhere Spielklassen gegeben.


Der sportliche Durchbruch in der jüngeren Vergangenheit

Endlich war sie da - die neue Vier-Bahn-Anlage! Im Frühjahr 2007 wurden die neuen Bahnen, mit dem neu ins Leben gerufenen "Basaltcup", an den Verein übergeben. Dieser Cup sollte auch in den nächsten Jahren ein Aushängeschild der Baruther Kegler sein, wo mehrere Bahnrekorde erkegelt wurden, erst im 100-Wurf-, dann im 120-Wurf-Modus. Der Grundstein für die erfolgreiche Zeit ab 2010 wurde aber bereits von einem ganz kleinen Kreis, noch auf der alten Zwei-Bahn-Anlage, gelegt. Die "Haudegen" Rainer Michel, Eckardt Hennig sowie Andreas Funke begannen dort mit vier Jungs eine neue Nachwuchstruppe auf die Beine zu stellen. Ziel war es damals eine gute Rolle im Kreis zu spielen. Vier Jahre später wurde diese Mannschaft Landesmeister. Dies war einmalig für Baruth. Dass sich damit Richard Penzholz, Herbert Penzholz, Paul Funke sowie Georg Paschke für die Deutschen Meisterschaften qualifizierten, war 2011 sensationell. Was waren die Jungs, sowie die Trainer Rainer Michel und Andreas Funke, stolz über ihren achten Platz in Eppelheim. Der kleine Ort Baruth, konnte mit den vielen "Landesauswahlen" mithalten. Auch in den darauffolgenden Jahren wurden mehrere Medaillen in den Altersklassen U14 und U18 unter den Trainern Andreas Funke und Stefan Hanke im Kreis, Bezirk oder Land erkämpft.

Dabei sollte die Saison 2013/14 unvergesslich bleiben. Nicht nur, weil man am 26.04.2014 erstmals eine Landesmeisterschaft auf der heimischen Anlage austragen durfte, sondern auch, weil die damalige U14 mit H. Penzholz, T. Noatschk, M. Haase, P. Schöpke, L. Schneider (Gastspieler: A. Jerosch, Oswald, M. Hübner) als Mannschaft vier Titel in einer Saison und letzlich die Bronzemedaille bei der Deutschen Meisterschaft am 05.06.2014 in Augsburg gewannen. Von neun möglichen Titeln in dieser Saison gewann allein Herbert Penzholz sieben. Der Höhepunkt für den Baruther Kegelverein war der 9. Juni 2014 als Herbert Penzholz verdient Deutscher U14-Meister wurde und dabei einen deutschen Rekord bei 240 Wurf erspielte.

In der Saison 2014/15 stieg die A-Jugend in Torgau mit Bahnrekord in die Landesliga auf. Die erste Männermannschaft stieg in der gleichen Saison mit ihrer jungen Mannschaft in die Bezirksliga (200 Wurf) auf. Die 2013 neu gegründete Seniorenmannschaft um ML Frank Noatschk schaffte seitdem drei Aufstiege in Folge und erreichte mehrere Pokaltriumphe.

Ab der Saison 2016/17 kegelten die Senioren mit den Spielern D. Rothe, S. Hanke, Ch. Noack, S. Scholze sowie W.D. Kühne in der Bezirksliga. Auch die neue Generation der U14 mit ihren Trainern D. Biehl und F. Rohrmann zeigte mit dem Gewinn des Superpokals 2015 ihr Potenzial! Sehr schade ist, dass unser Sportfreund Sven Mersiowsky nicht mehr erleben konnte, wie bekannt und beliebt der nach ihm benannte Wettbewerb "Kegeln-für-Jedermann" in der Gegend geworden war und sich seit 2007 stetig entwickelt hatte, egal, ob bei den sportlichen Leistungen, den tollen Preisen, der guten Organisation oder der sehr guten Unterstützung durch viele einheimischen Firmen. Deshalb war auch keinem bange, als dem Baruther SV 90 die Ehre zu Teil wurde, 2016 die Deutsche Meisterschaft der weiblichen U23 austragen zu dürfen. Dank der engagierten Kegler (um den "harten Kern") wurde diese erste Deutsche Meisterschaft in der Gemeinde zum vollen Erfolg. Es gab lobende Worte, von Nationalspielern und ihren Trainern.
In der Saison 2016/17 gelang unseren ehemaligen Nachwuchs Spieler Herbert Penzholz, als erstem Baruther, in Demitz-Thumitz die Marke von 600 Kegel zu brechen. Bei seinem Landesmeistertitel in Stollberg erkegelte er gar 622 Kegel. Leider konnte er seine gute Form bei der deutschen Meisterschaft nicht bestätigen und wurde Sechster. Die Saison stand ganz im Zeichen des Teams von D. Biehl und F. Rohrmann. Die U14 gewann ALLE ihrer Spiele. Höhepunkt war dabei der deutsche Meistertitel in Ludwigshafen! Sichtlich stolz waren die Baruther Spieler und Betreuer als bei der Siegerehrung die Nationalhymne für den Baruther SV 90 gespielt wurde. Zu den Titelträgern gehörten die Spieler Paul Schöpke, Joshua Lange, Konrad Penzholz, der Gastspieler Fabian Riedel, sowie der spätere Deutsche U14-Doppel-Meister Kai Oswald. Unvergessen blieb auch der letzte Sieg des Jahres gegen ihre Trainer und Fans auf der heimischen Bahn.
Im gleichen Jahr wurde ebenso positiv vom tollen Engagement der Baruther Kegler beim zehnten "Kegeln-für-Jedermann" in den regionalen Medien berichtet. Nach diesem Event trafen sich auch erstmals sechs Mädchen zum Training auf der Bahn in Baruth. Das Jahr 2017 sollte auch für sie ein sehr erfolgreiches sein. In der Kreisoberliga gewannen sie in der Hinrunde alle Spiele - und dies als erstes, reines Mädchenteam.



Wir bitten das Fehlen einiger zeitlicher und von Menschen geprägter Abschnitte zu entschuldigen.